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Donnerstag, 6. März 2014

von Roll


Einmal pro Woche versuche ich mir eine Stunde Zeit zu nehmen für eine längere Skizze. Auf dem von-Roll Areal hat es viele freie Bänkli und eine hohe Wahrscheinlichkeit für Abendsonne. Und jede Menge Gelegenheit, an faszinierenden alt-neuen Gebäuden Perspektive und etwas geradere Linien zu üben.
In diesen Hallen wurde früher grosse Maschinen gebaut. 1998 habe ich hier an einem Lehrerfortbildungskurs schweissen gelernt. Und heute sind grosse Teile der Pädagogischen Hochschule und der Stadt- und Universitätsbibliothek hier untergebracht.

In this ancient factory for big machines, there is now a part of the university of berne und a  big library. Today, I was waitig for my books and drawing at this table.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Zeitgefässe

Diese Woche mache ich "Skizzierferien" in Bern. Ich nutze die Sportferien, um neben dem Alltagskram möglichst zwei Stunden pro Tag zu zeichnen. Dieses Zeitziel wirkt Wunder: Plötzlich habe ich wirklich Zeit zum Zeichnen. Nicht so schnelle 10-Minuten-Stückchen wie bisher meistens, sondern zwei Mal einen Ort wählen, hinsitzen, schauen, zeichnen, schauen, weitermalen, ... .  Vielleicht habe ich das bisher - zwischen Material- und technischen Überlegungen - viel zu wenig beachtet: Wie schaffe ich mir heute gute Zeitgefässe zum Skizzieren?
Choosing a time frame for sketching gives me time for it - before the day is over.

abstimmen (Erlacherhof, Aussicht vom Garten):



und Fahrausweis ersetzen

Dienstag, 4. Februar 2014

Freude am Warten

Ich mag ja sonst solche Büro-/Verwaltungsorte nicht so. Aber heute habe ich 2 Stunden warten genossen: So viel Zeit zum zeichnen, viele Menschen, die stillsitzen, ungewöhnliche Architektur ... und von Skizze zu Skizze sichtbare Fortschritte. Das ist die dritte von vier.
Waiting as a chance to draw and draw and draw (that's the third of four sketches; many persons, nearly no right angles).
Waiting - I let the creative flow time to manifest and I stay tuned in.
 
Warten ... auch durch die "Inkubationszeit" hindurch, in der ich gerade bin. Das "Neue", dem ich seit September nachspüre, ist sich am Entfalten, in vielen Schritten, aber noch nicht ganz da. Manchmal habe ich das Gefühl, um in die Tiefe zu gehen, braucht  es zwei Blogs: einen mehr fürs Zeichnerische, einen mehr fürs "Philosophische". Aber es hängt so eng zusammen... . Ich lasse diesen Warteraum wirken. Mute den LeserInnen zu, dass hier eine Mischung ist und lasse mir all die Zeit, die diese Phase braucht.
 
... Und vielleicht geht es gar nicht um ein Sortieren und Herausfinden wies geht und wies weitergeht, sondern ist genau dieses "Wach-dem-kreativen-Fluss-nachspüren-und-mitgehen" das, worum es eigentlich geht? Auch wenn es dann in keine (Blog-)Schublade passt, weil es grösser ist als diese.

Montag, 3. Februar 2014

Abschied

Allmendingen bei Bern. Ich kenne die Mieter und die Hühner und liebe den Ort. In wenigen Wochen wird das Alles abgerissen, um rentablere Häuser zu bauen.
These buildings will be torn down soon. I wantet to catch and honor the atmosphere of this special area.

Sonntag, 12. Januar 2014

Dachfenster - keine Linien

Gestern wollte ich mal Dachfenster üben. Ich wohne in einer wunderschönen Stadt in einem malerischen Quartier, das richtig Lust macht zum Zeichnen. Aber die vielen grossen Häuser mit so vielen Fenstern und Winkeln sind sehr anstrengend und zeitaufwändig zum zeichnen. Also könnte ich mal mit kleinen Teilen beginnen. Z.B. Dachfenster.

Gross genug, dass alle Linien Platz haben. Die ersten Fenster waren sehr anstrengend und vermurkst, weil ich versuchte alle Kanten, die ich ahnte, zu zeichnen. Ich wusste, sie sind da, sah sie aber nicht so genau. Das machte das Schauen sehr anstrengend und die Zeichnung ungenau. Auch ein dickerer Stift half nicht. Auch dicke Linien müssen stimmen...
... bis mir aufging: wir sehen ja Flächen, nicht Linien. Auch die Linien, die ich sehe, sind kleine Flächen. Wenn ich Linien zeichne, die ich nicht wirklich sehe, zeichne ich aus den Denken statt aus dem Sehen. Bräuchte hier vertiefte Dachdeckerkenntnisse. Linien sind Grenzen zwischen verschiedenen Flächen. Wenn sie nicht sichtbar sind (wie die Kanten zwischen den Ziegeln), brauche ich sie hier nicht zu zeichnen. Dann kann ich wieder entspannt zeichnen, was ich sehe.
 
Damit wurde das Zeichnen wieder leicht. Wahrnehmen, was ich sehe - Flächen, Ränder - und das zeichnen. In mir wahrnehmen, was ich nicht sehe, nicht weiss und gern sähe, und das einfach lassen. Hier ist wieder ein Punkt, wo ich zu einer reineren, unvoreingenommenen Wahrnehmung wechseln kann. Und die Lust am zeichnen ist wieder da (Ich kann sogar die Augen etwas zukneifen, um die Flächen noch einfacher zu sehen).
Im Alltag geht es mir auch oft so: sobald ich einfach sein lassen kann, was ist, auch wenn es unangenehm ist, aufhöre, gegen das Sosein zu kämpfen, kommt Frieden und  Liebe zum Sein - oder so.



 
There are no lines out there. Lines are borders in my head and on the paper. When I recognise, that I want to see and draw more than my eyes can see, I can change from a thinking-mode to an awareness-mode. Draw only what I see. And drawing becomes easy and joyful again.

Montag, 5. August 2013

hundert bunte Grau

Wieder zurück von ein paar Tagen wandern und zeichnen. Ich habe schnell gepackt, dachte, jetzt weiss ich, welches Malzeug mir liegt - und prompt die falschen Brillen eingepackt. Ich konnte nur entweder im Skizzenbuch oder in der Ferne scharf sehen... dafür entdeckte ich mehr Farben, Freude an den hunderten bunten Grautönen in Felsen, (seltenen) Wolken, Mauern, Steinen, ...
Der Himmel war wirklich so blau resp. grau, und das Wasser auch!














Das viele Weiss im Wasser bei bewölktem Himmel ist eine neue Entdeckung.

 
Back from another trecking. I didn't care enough to take the right glasses with me,  I saw only the paper or only the landscape sharp. So I discovered hundreds of greys. and the colors of water in different weather.

Samstag, 20. Juli 2013

Skizzenbuch Airolo-Klausenpass 13

Bevor ich übermorgen wieder unterwegs bin, teile ich noch etwas vom Rest des letzten Skizzenbuchs:
Bevore I start to the next trecking on monday, I share some drawings of the last sketchbook:
Unglaublich üppige Blütenfülle weit oberhalb Luven

Rast am Dorfbrunnen in Luven

Vor dem Migros in Ilanz

Vor dem historischen Museum in Ilanz

In der Nähe der Alp Miez

Vor der Fuorcla da Gravirolas

Abend und Morgen auf Falla Lenn

Graphit-Experiment und einfache Küche

Platz auf Nüschen und Baustellenbahn

Kleider trocknen und Wasser UV-sterilisieren

winzige Kapelle auf dem Weg zum Klausenpass
 
Das Zeichnen und jetzt das Anschauen macht mir unheimlich viel Spass. Ich hoffe, ich komme weiterhin so viel zum Zeichnen.
 
Drawing is such a lot of joy. I hope, I can continue like this.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Brunnen, Mücken, Pferde

Wanderung 1. Tag. Hier probierte ich noch breite, graue Filzstifte aus, die waren mir dann aber zu grob. Der Brunnen war wirklich so krumm, mit köstlichem Wasser.

Hier waren zuerst die Lawinenverbauungen im Vordergrund, dann alles, was näher ist.

Ich dachte, in den Ferien habe ich dann schön Zeit zum langsam zeichnen - aber wenn ich innehalte, merke ich, wie sich alles um mich herum bewegt: Mücken, Pferde oder Murmeltiere bewegen sich, das Licht wandelt sich. Alles fliesst! Ich zeichne immer noch schnell, und geniesse es, mit dem "Fluss" verbunden zu sein.
Fortsetzung folgt.
 
Also in my vacation, I draw fast. Animals and the light move. I like to be connected with the flow of nature and my live.
later more.

Mittwoch, 17. Juli 2013

zurück

Zurück von einer wunderschönen Wanderung 12 Tage durch die Alpen. Morgen gibt's mehr Bilder.

Back again. Tomorrow more drawings from a trecking through the alps.

Freitag, 5. Juli 2013

slow down

Gestern habe ich am Morgen Gleis 5 gezeichnet, und am Abend Gleis 1. Die Perrons sind nur scheinbar gleich. Es ging überhaupt nicht auf mit den Säulen, Licht sowieso!
 

Ich mag im Moment die dickeren Linien und die einfarbigen Flächen, es wirkt ruhiger als ganz fein gezeichnet und schraffiert.  Was passiert da mit der Wahrnehmung? Was passiert beim Anschauen?

Der Bahnhof wirkt auf mich wie eine fremde Comic-Welt. Beim Mann im Zug habe ich mit dem gleichen Stift schneller gezeichnet und weniger gedrückt, das machts wohl sensibler und unmittelbarer.


Heute eine Begegnung auf dem Balkon. Dieses Wesen hat sich eindeutig schneller bewegt, als ich sehen und zeichnen kann! Erkennbarer wurde das Tier erst, als ich (statt schneller) noch langsamer wurde,  eine Weile nur zuschaute, lange zusah. Bis ich die Hummel "in" mir sah und fühlte und von da aus zeichnte.

What happens with my perception, when I draw thicker lines? What happens, when someone looks at such a drawing? - It seems to depend more of the senitivity of the line than on its width.

This animal moved much faster then I can draw. I slowed down, just looking and seeing it. Then I drew from inside.

Mittwoch, 3. Juli 2013

wie ein Instrument stimmen

Vier geschenkte Minuten am Bahnhof Rubigen (links oben).
 
 
Ich möchte Ruhe, Eins-nach-dem-andern, ein Bisschen Ordnung in dieser chaotischen Schuljahresende-Zeit. Ich spüre den geraden Linien nach. Versuche es mit einem "langsameren" Stift, ruhigeren Flächen. Was ich zeichne, wirkt auf mich zurück, ist wie ein Dialog mit meinem DaSein. Ich wähle also eine bestimmte Qualität beim Zeichnen (ich kann sie bewusst wählen, wenn ich gewahr bin, wie ich da bin), und indem ich so zeichne, setzt eine Wechselwirkung ein: Spüren - wählen - zeichnen - sehen - fühlen - wählen - ... - ähnlich wie ein Instrument stimmen. Den Wahrnehmungs- und Arbeitsmodus fein stimmen - stimmig für das Hier und Jetzt, wie es heute ist. Ich habe die Zeichnungen (oben und rechts) durch den Tag immer wieder angeschaut, mich gefreut und durchgeatmet.

 Drawing was a dialogue, like tuning an instrument. Tuning the mode of my presence.

Dienstag, 2. Juli 2013

eins nach dem andern

Wieder keine besondere Zeichnung, aber eine Erfahrung, die ich teilen möchte:

Heute war ein voller Tag am Schuljahresende, jede Menge Extraaufgaben und privat noch ein paar Baustellen dazu. Zum Zeichnen 5 Minuten beim Umsteigen. Als ich auf dem Bänkli sitze und schaue, was da vor mir ist und wo ich anfangen könnte, kommt mir ein Video in den Sinn, wo Danny Gregory zeichnet. Da macht er schön eine Linie nach der andern und setzt die neuen Linien an dem an, was schon da ist. Intuitiv begann ich beim Fenster und tastete mich von da aus rundum vorwärts. Eins nach dem andern. Und das tat so gut! In diesem Ablauf - ruhig eine Linie nach dem andern - lag eine Verheissung für den Tag: einfach eins nach dem andern. Ich wähle, wo ich weitermache, meine Liebe und Achtsamkeit hineinlege - und was ich auslasse. Vor allem aber stresst mich das Viele und Komplexe rundum nicht mehr. Ich kann ganz bei der einen Linie, der einen Tätigkeit sein, wo ich gerade bin - und doch das ganze im Blick haben. Das war eine Wohltat für den ganzen Tag: Das Zeichnen war wie ein "umschalten" der Art, durch den Tag zu gehen, nachhaltig.

Discovery in an 5 minutes-sketch (right side): drawing lines one by one changes a stressed into a peaceful, mindful living-mode - for the whole day.

gestern                               heute

Montag, 1. Juli 2013

auf der Spur bleiben

Heute kein besonders gelungenes Bild. Ich versuche, dem Prozess auf der Spur zu bleiben.

Today no special sketch. I keep tracking the proces. It was surprising, how many discoverys I made in just one week!